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Claudia Eggerth

Von Sanssouci nach Paris

Geboren in Potsdam, der altehrwürdigen, preußischen Stadt, sind mir Sehenswürdigkeiten im Überfluss nicht fremd. Und doch war es der erste, ferne Blick am Trocadero auf den Eiffelturm, der eine Initialzündung auslöste.

Es war dieser eine Moment, der alles änderte und mich seit 2006 nach Paris lockt.

Beruflich unabhängig dank Moviejones.de, das mein Bruder und ich 2007 gegründet haben, konnte ich unkompliziert mehr und mehr Zeit an der Seine verbringen. Nur war ich zu Beginn nicht fähig, mehr als “Bonjour“ zu sagen. So manche Situation verunsicherte mich, die heute ein Schmunzeln hervorruft, und daraufhin reifte der Entschluss, Französisch zu lernen.

2012 war es soweit und die Zeit während meines Sprachkurses gehört mit zu den schönsten Erinnerungen in meinem Leben. Leider auch zu den kostspieligsten, denn natürlich musste es ein Studio direkt bei Sacré-Cœur sein... Ich verließ die Stadt, kehrte wieder, wechselte mehrfach von einer möblierten Wohnung in eine andere - und entschied mich schließlich für “etwas Eigenes“. Mehrere Monate Wohnungssuche später und um viele Erfahrungen reicher, wurde ein kleines Appartement im 17. Arrondissement für vier Jahre mein Heim. Ich begann, Freunde bei der Wohnungssuche zu unterstützen, und stellte fest, dass es mich erfüllt, anderen mit meiner eigenen Erfahrung zu helfen.

Zwischenzeitlich zog es mich für ein gutes Jahr in die westliche Banlieue, nur war dieser Wohnort nicht das Richtige für mich. Seit Sommer 2019 lebe ich nun wieder in Paris.

Inzwischen ist die Potsdamerin Pariserin im Herzen. Was zu Beginn “exotisch“ war, wurde inzwischen Gewohnheit, und doch gibt es stets Neues zu entdecken. Über die Jahre habe ich viel Schönes und manches Ärgernis erlebt, dabei viele wundervolle Menschen kennengelernt - ganz so, wie das Leben eben ist.

Auch wenn der Eiffelturm ein Aha-Erlebnis war, ist er doch nicht mein Favorit unter den Pariser Sehenswürdigkeiten. Der Arc de Triomphe, zwischen 1806-1836 erbaut, besticht mit seiner klaren Form und den imposanten Skulpturen. Er brachte mich auch auf das Wortspiel “Gate to Paris“, diese Zierde des gefürchteten Kreisverkehrs im Nordwesten der Stadt. Vergessen Sie alles, was Sie über deutsche Verkehrsregeln wissen...

Arc de Triomphe
Metro

Selbst wenn es öfters rappelvoll ist: Ich fahre gerne Metro. Die Behändigkeit, mit der man vorwärts kommt, die Fluktuation, das Mitströmen im Bauch von Paris, am besten mit einem großartigen Song auf den Kopfhörern – so typisch für Paris. Besonders auf den Seine-Brücken sowie den Hochtrassen ein Erlebnis!

Fahrradstadt

Paris macht immer mehr für Fußgänger und Fahrradfahrer, doch eine Fahrradstadt wie beispielsweise Münster oder Berlin ist noch fern. Als “cycliste“ hat man es nicht leicht, denn gerne laufen einem Fußgänger vor die Speichen, die bei Rot eine Avenue überqueren wollen, oder Autofahrer erkennen erst im letzten Augenblick, dass beim Rechtsabbiegen fast ein Mensch überfahren worden wäre. Die Selbstsüchtigkeit mancher Radfahrer tut ihr Übriges und so ist viel Wachsamkeit und etwas Wagemut nötig, wenn man sich in Paris per Vélib‘ oder auf einem praktischen Klapprad durchschlängeln will.

Der 14. Juli ist so eine Sache. Einerseits eine pompöse, archaische Machtdemonstration, andererseits ein imposantes Spektakel, dem man sich kaum entziehen kann. Seit vielen Jahren ist es immer wieder ein Erlebnis, am französischen Nationalfeiertag die Militärparade mit Soldaten, Panzern und dem “défilé aérien“, der berühmten Fliegerstaffel, zu sehen – nicht zu vergessen das gigantische Feuerwerk am Eiffelturm, das man live oder auf dem TV-Bildschirm bewundern kann.

14. Juli