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Wohnen in Paris

20 Arrondissements, Millionen Menschen und ein Metronetz von über 300 Stationen und 14 Hauptlinien. Der Großraum Paris ist ein urbaner Moloch, und bietet dennoch so viele unfassbar schöne und ruhige Ecken. Das Metronetz touchiert inzwischen mehr und mehr die Außenbezirke und irgendwie gilt immer “Wo eine Métrostation, da ist Paris“. Diese ungeschriebene Regel ist auch für viele Wohnungssuchende ein Kriterium, denn in der Nähe des Eiffelturms oder fußläufig zum Louvre zu residieren, bleibt für viele ein unerfüllbarer Traum.

Das Leben in Paris ist teuer und die reguläre Wohnungssuche in der Stadt durch Anbieter wie Airbnb inzwischen noch schwieriger.

Zwar locken außerhalb der Stadtautobahn, der “périphérique“, auch die stadtnahen Vororte, aber nicht jeder möchte in die Banlieue ziehen.

Die Pariser Arrondissements

1. Arrondissement
Markant ist der Louvre in diesem zentralen und alten Stadtteil.
2. Arrondissement
Das kleinste aller Arrondissements beherbergt das Lichtspielhaus Le Grand Rex.
3. Arrondissement
Zentrale Wohngegend und Touristenmagnet mit seinem gerühmten Marais.
4. Arrondissement
Einer der ältesten Stadtteile, zu dem das Pariser Rathaus und Notre-Dame gehören.
5. Arrondissement
Das älteste Stadtviertel, berühmt für sein Quartier Latin und die Ruhmeshalle Panthéon.
6. Arrondissement
Saint-Germain-des-Prés und der Jardin du Luxembourg ziehen Besucher an.
7. Arrondissement
Hochpreisig und Heim des Pariser Wahrzeichens - des Eiffelturms.
8. Arrondissement
Der Sitz des Präsidenten sowie der Arc de Triomphe sind hier zu finden.
9. Arrondissement
Etwas nördlich des Stadtkerns und Heim der Opéra Garnier.
10. Arrondissement
Knotenpunkt mit zwei Fernbahnhöfen und picknicktauglich um den Canal Saint-Martin herum.
11. Arrondissement
Östlich gelegener Stadtteil und revolutionär an der Place de la Bastille.
12. Arrondissement
Weniger Touristen- als Wohnviertel mit seiner Opéra Bastille.
13. Arrondissement
Tür an Tür liegen das "Chinatown von Paris" und die Bibliothèque nationale de France.
14. Arrondissement
Südlicher Stadtrand mit dem zweithöchsten Bauwerk der Stadt, dem Tour Montparnasse.
15. Arrondissement
Bietet die höchste Einwohnerzahl und immer wieder Messen in der Paris Expo Porte de Versailles.
16. Arrondissement
"Le seize" kennt jeder, auch seinen Tenniskomplex Roland Garros und den Bois de Boulogne.
17. Arrondissement
Heterogenes Viertel im Nordwesten mit dem kleinen, feinen Park Square des Batignolles.
18. Arrondissement
Ebenfalls sehr durchmischter Stadtteil und berühmt für die Basilika Sacré-Cœur.
19. Arrondissement
Moderne Architektur und rund um die Géode sehr freizeittauglich.
20. Arrondissement
Traditionelles Arbeiterviertel am östlichen Stadtrand und Herz des Friedhofs Père Lachaise.
Haussmann-Fassade

Kompromissbereitschaft, nicht nur was den Stadtteil betrifft, das Priorisieren der eigenen Wünsche und Schnelligkeit sind nicht zu unterschätzende Eigenschaften bei der bei der Immobilien- und Wohnungssuche in Paris.

Hilfreiche Suchportale im Internet dabei sind u.a. SeLoger.com, AVendreALouver.fr, LeBonCoin.fr oder PaP.fr - doch Vorsicht, so manche Annonce in den Kleinanzeigen untergebracht ist ein Betrugsversuch.

Überhaupt hat das Wohnen in Paris wie in New York oder Hongkong etwas Masochistisches. Für 30qm-Appartements werden teilweise Mieten um die 1.500 € gefordert und werden muffige Wohnungen im sechsten Stock ohne Aufzug als “charmant“ angepriesen. Viele Erwartungen werden von der Realität zurechtgestutzt – und dabei will man doch nur wie Amelie hoch über den Dächern der Stadt leben. Nur führen im angesagten Montmartre nicht nur die Straßen steil nach oben.

Ohne üppige Finanzen ist es problematisch, eine passende Wohnung in Paris zu finden - noch verschärft durch das Bewerbungsverfahren.

Erfahrungsberichte wie folgender sind nicht selten:

“Ich bin seit zwei Monaten in Paris und arbeite Vollzeit (deklariert). Es scheint mir absolut unmöglich zu sein ein Apartment zu bekommen. Bei den zahlreichen Versuchen habe ich jedes Mal alles an Unterlagen eingereicht/versendet [..] Ich bin mit meinem Latein absolut am Ende.“ (Quelle: Facebook-Gruppe “Deutsche in Paris und Umgebung“, 10/2018, Text gekürzt)

Speziell in Paris mit seiner hohen Nachfrage ist es nahezu unausweichlich, eine valide Bewerbungsmappe (“dossier“) zu präsentieren, in der diverse, sehr persönliche Auskünfte und Dokumente präsentiert werden.

Für viele Vermieter und auch Agenturen ist es relevant, nicht zu viel Zeit mit der Suche nach einem Nachmieter (oder Käufer) zu verschwenden und so wird schnell selektiert. Zeit ist Geld. Auch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber ein gepflegtes Äußeres, sympathisches Auftreten und vor allen Dingen Pünktlichkeit sind wichtige Kriterien seitens des Mieters, um überhaupt eine Chance zu haben.

Pariser Himmel

Doch unbestritten ist der Bonitätsnachweis mit die wichtigste - und oft auch schwierigste - Aufgabe: Für das Gros der Vermieter und Makler ist es das allerwichtigste Kriterium, dass der Bewerber zahlungsfähig ist und dies auch belegen kann. Abseits umfangreicher Informationen zur eigenen finanziellen Situation ist im Dossier deswegen auch oft die Nennung eines Bürgen erforderlich, insbesondere für Studenten oder wenn das eigene Einkommen nicht so zugkräftig ist. Als Faustregel gilt ein Verhältnis von 3:1 bezogen auf das Nettogehalt und die Warmmiete, an dem man sich orientieren kann.

Ein typisches Dossier enthält neben Ausweisdokumenten auch Informationen über die berufliche Situation, mitunter wird auch ein ausgefüllter Fragebogen eingefordert, sowie die Angabe eines französischen Kontos. Trotz SEPA-Verfahrens sind Konten aus einem anderen Land nicht gerne gesehen, aber in Frankreich sind ja auch Schecks noch sehr beliebt...

Kurzum, was sollte die Bewerbungsmappe enthalten, um eine Wohnung in Paris zu finden?

Basisdokumente, die nahezu jeder Bewerber (ohne Millionenerbe) mitbringen sollte:

  • Kopie der Vorder- und Rückseite des Personalausweises bzw. Reisepasses
  • Angabe eines französischen Kontos
  • Nachweis der aktuellen Adresse
  • Die letzten 3 Mietbelege bzw. Bestätigung, dass man Eigentümer ist
  • Letzter Steuerbescheid

Zusätzlich wichtig für Angestellte:

  • Kopie des Arbeitsvertrags
  • Einkommensnachweis: Die letzten 3 Gehaltsnachweise

Wichtig für Selbständige:

  • Beleg der Selbständigkeit (z.B. Gewerbeanmeldung)
  • Einkommensnachweis: Die letzten 2 Bilanzen bzw. Nachweis der finanziellen Ressourcen

Wichtig für Rentner:

  • Rentennachweis
  • Einkommensnachweis: Die letzten 3 Rentenzahlungen

Wichtig für Studenten:

  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Kopie des Studentenausweises

Und welche Dokumente muss der Bürge vorlegen? Abhängig von der persönlichen Situation, hat auch der Bürge die gleichen genannten Unterlagen bereitzustellen, um seine finanzielle Situation zu belegen.

Gleichwohl schließen Vermieter immer öfter eine Versicherung gegen Mietausfälle ab (“assurance loyer impayé“) und machen damit eine klassische Bürgschaft überflüssig. Ein großer Nachteil für Wohnungssuchende, die z.B. keinen Anstellungsvertrag vorweisen können und eine nicht zu unterschätzende Situation für Selbständige ohne adäquate Einnahmen.

Sind detaillierte Übersetzungen ins Französische für das Dossier nötig? Aus eigener Erfahrung kann bestätigt werden, dass vollumfängliche bzw. beglaubigte Übersetzungen von Dokumenten, die nicht auf Französisch vorliegen, bei der Wohnungssuche in vielen Fällen nicht nötig sind. Oftmals genügt es, wichtige Punkte hervorzuheben und einzeln zu übersetzen - z.B. relevante Bezeichnungen und Summen in einer Steuererklärung. Aber: Der Fakt, dass Vermieter bzw. Agenturen ausländischen Unterlagen distanzierter gegenüberstehen und generell mehr Aufwand haben, um die Angaben nachvollziehen (und ihnen trauen) zu können, richtet ihr Augenmerk naturgemäß auf "simple" Kunden, und hier heißt es Durchhaltevermögen zu bewahren.

Überhaupt darf man nicht zimperlich sein, denn äußerst sensible Daten werden radikal gestreut. In der Hoffnung auf eine Wohnung in Paris sendet man das Dossier selbst an wildfremde Privatvermieter aus den Kleinanzeigen, um deren Einschätzung der Bonität für eine bloße Besichtigung abzuwarten. Doch ist eine Agentur in allem seriöser? Leider gibt es keine Gewissheit, was nach einer Absage mit den Unterlagen passiert und ob sie (auf Wunsch hin) vernichtet werden. Und so wird man gläsern im Angesicht der dringend benötigten Wohnung und setzt sich so manchem Risiko aus, hoffend, dass übermittelte Kontoverbindungen und Kontaktdaten nicht missbraucht werden.

Noch ein abschließendes Wort zur Carte de séjour/Titre de séjour: In vielen Foren geistert auch heutzutage noch die Annahme herum, dass Ausländer ausnahmslos eine Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich benötigen. Das ist falsch! EU-Bürger bzw. Schweizer benötigen diese seit vielen Jahren nicht mehr, ein Aufenthalt ist ohne Einschränkungen möglich. Aber: Auf Wunsch kann eine Aufenthaltsgenehmigung während der ersten fünf Jahre in Frankreich beantragt werden, z. B. als Wohnsitznachweis für eine Kontoeröffnung. Nicht-EU-Bürger benötigen hingegen auf jeden Fall eine Aufenthaltsgenehmigung, falls sie länger als 3 Monate in Frankreich bleiben.

Und so gibt es mannigfaltige Fallstricke – aber wie so oft im Leben kann es plötzlich auch ganz schnell gehen und einfach klappen! Sollte aber dieser wünschenswerte Fall nebst Unterzeichnung des Mietvertrags noch nicht in Sicht sein, stehe ich Ihnen mit Rat und Tat bei der Wohnungssuche sowie der Erstellung Ihres Dossiers zur Seite.

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